Sonntag, 12. Mai 2013

Für Immer und Ewig




Seelenverwandt, für einander bestimmt, die große Liebe. Schöne Worte die, egal in welchem Kontext sie stehen, eine angenehme Vertrautheit und Glückseligkeit mit sich bringen. Aber ist dies wirklich genau das, nach was wir streben?

Oft erzählen mir meine Freundinnen sie seien glückliche Singles. „Es ist so schön machen zu können was ich will, niemandem Rechenschaft zu schulden und einfach frei zu sein“. Doch was machen meine Freundinnen Sonntagabend nach einer wilden Partynacht? Sie sitzen allein auf der Couch, schauen alleine Liebesschnulzen wie ‚Wie ein einziger Tag’, weinen allein vor sich hin und wünschen sich eigentlich insgeheim eine männliche, starke oder weniger starke Schulter, an die sie sich lehnen können.

Kann man glücklich sein als Single? Oder bringt nur die vollkommene Beziehung totale Zufriedenheit und Ausgeglichenheit mit sich? Diese Frage stelle ich mir seit vielen Jahren, um genau zu sein seit dem Anfang meiner Beziehung, an den ich mich schon fast nicht mehr erinnern kann.

In der ersten, absoluten Verliebtheitsphase ist man sich seiner Sache zu hundert Prozent sicher: IHN will ich heiraten! Die Gefühle fahren Achterbahn, die Welt erscheint in einem rosafarbenen Licht und die beste Freundin kann sich erstmal hinten anstellen. Desto mehr man dann einander kennenlernt, desto mehr kommt man an seine Grenzen und der Streit liegt nicht fern, mit anderen Worten: Die Fetzen fliegen! Diese Phase überstanden, Kompromisse eingegangen und Verzichtserklärungen unterschrieben schleicht sich dann etwas ein, das sich schimpft: Die Gewohnheit. Die morgendliche Tasse Kaffee, kein Problem. Der tägliche Gang zum Bäcker um die Ecke, kein Problem. Die alten Socken überall rum liegend, die Wasserflasche wieder nicht zugeschraubt, den Müll vergessen rauszutragen, ein sehr großes Problem.

Die Kommunikation bleibt auf der Strecke, man hört einander nicht mehr zu und die kleinen feinen Aufmerksamkeiten sind in der Sommerpause, die wohl nie zu enden scheint. Was also jetzt? Da war doch was von großer Liebe, für einander bestimmt sein und Seelenverwandte? An diesem Punkt also stellt man sich die Frage, ist es noch Liebe oder schon die allseits bekannte böse Gewohnheit? Noch dazu kommt an dieser Stelle die Frage, wie zum Teufel schaffen es paare 50 Jahre lang verheiratet zu sein? Die Antwort und vieles mehr erfahrt ihr in meinem nächsten Blogeintrag.




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